Nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte, war alles sehr durchnässt und aufgeweicht. Nach einem Frühstück mit kaltem Porridge packten wir alles zusammen und machten uns auf den Weg zur nächsten Etappe.

Das Wetter hatte sich noch nicht gebessert - immer wieder hatten wir mit Regen zu kämpfen. Aufgrund der Nässe war es nachts sehr kalt gewesen. Ich fühlte mich erschöpft und etwas erkältet. Dazu kam die Anstrengung und die mangelnde Nahrungszufuhr. Es half nichts, es musste weitergehen.

Wir kamen nur in einem langsamen Tempo vorwärts. Der Wind, der Regen und der anstrengende Anstieg machten mir sehr zu schaffen - ich brauchte immer wieder kurze Pausen. Wie sollte ich den heutigen Tag schaffen? Ich musste etwas mehr Gewicht abgeben. Also durfte Nicole, meine Mitreisende, das Zelt übernehmen. Und tatsächlich - ich konnte mein Tempo wieder erhöhen. Nachdem wir die ersten Anstiege über Flüsse, Steine und Matsch überwunden hatten, hatten wir das Anstrengendste der Etappe geschafft.

Während der Wanderung lag der Fokus nicht auf die Natur oder auf mich selbst, sondern ich war darauf bedacht, die Tagesetappe zu schaffen und das Gewicht erträglich zu tragen. Das Drücken und Ziehen des Gewichts, fühlte sich manchmal im Rücken wie eine Art Messerstiche an, weshalb mehrere Pausen zum Absetzen des Rucksackes gemacht werden musste. Zusätzlich konnte man die Natur und deren Umgebung nicht auf besondere Weise genießen, da man ständig auf den Boden schauen musste, wo man entlang läuft. Die Etappe führte an Bergen und Seen entlang. Manchmal musste man den Weg über Bäche folgen. An gewissen Stellen sind Holzplanken gelegt, die eine Art Brücke über ein Gewässer darstellen und die Natur vor Zerstörung schützen sollen. An den ersten Tagen konnten wir uns an Hand der Wanderkarte gut orientieren. Der Weg selbst ist ausreichend mit roten Punkten auf Steinen und am Wegesrand markiert.

Bei dieser Etappe hat man die Möglichkeit, das letzte Stück gegen einen Aufpreis von 35€/Person sich mit dem Boot zum Ende der Etappe zu bringen.  Aufgrund unserer Ermüdung und die Schmerzen im Rücken liefen wir an diesem Tag 13 km und nahmen das Boot. Durch den Bootsmann erfuhren wir sinnvolle Informationen. Die Wasserfälle, die an den Bergen herunterlaufen, entstehen durch die geschmolzenen Gletscher. Zudem hörten wir, dass man bei der nächsten Etappe nicht an der Berghütte das Zelt aufschlagen könnte. Es wäre dort zu felsig. Man müsste erst den Tjäktja Pass überqueren. Danach würde man einen passenden Platz für das Zelt finden.